Tofu mit Grillstreifen, Tempeh-Spieße mit Teriyaki-Glasur, Blumenkohl-Steak vom Rost: Diese Rezepte zeigen, was veganes Grillen 2026 wirklich kann.
Veganes Grillen ist längst kein Kompromiss mehr. Tofu mit echten Grillstreifen, Tempeh-Spieße mit Teriyaki-Glasur, ein Blumenkohl-Steak, das sich nicht hinter einem Entrecote verstecken muss: Die Rezepte auf dieser Seite zeigen, was aus dem BBQ wird, wenn man pflanzliche Zutaten konsequent und mit der richtigen Technik behandelt. Alle Rezepte funktionieren auf Gas-, Holzkohle- und Elektrogrill. Wer glaubt, veganes Grillen sei fade, hat einfach noch nicht die richtigen Marinaden ausprobiert. Auf jeden Fall gilt: Die Technik entscheidet, nicht das Protein.
Vegane Burger vom Grill
Vegane Burger zählen zu den beliebtesten BBQ-Gerichten der Saison. Die Patties aus Jackfruit oder Linsen entwickeln auf dem heißen Rost intensive Röstaromen, die sich absolut mit herkömmlichen Burgern messen können. Wichtig: Die Patties müssen vor dem Grillen gut kaltgestellt werden, damit sie nicht auseinanderfallen. Das klappt's definitiv besser, wenn man sie über Nacht im Kühlschrank lässt.
Jackfruit-Burger vom Grill
Zubereitungszeit: 30 Min. | Grillzeit: 14 Min. | Portionen: 4
Zutaten für die Patties
- 2 Dosen Jackfruit (jung, in Lake, je 400 g)
- 1 Dose Kidneybohnen (240 g, abgetropft)
- 80 g feine Haferflocken
- 1 Zwiebel, fein gewürfelt
- 2 Knoblauchzehen, gepresst
- 2 EL Sojasoße
- 1 EL Tomatenmark
- 1 TL geräuchertes Paprikapulver
- Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer
Zubereitung
- Jackfruit abtropfen, gut ausdrücken und mit einer Gabel zerzupfen.
- Kidneybohnen grob zerdrücken, mit Jackfruit vermengen.
- Zwiebel und Knoblauch kurz anschwitzen, zur Masse geben.
- Haferflocken, Sojasoße, Tomatenmark und Gewürze einarbeiten.
- 4 Patties formen, mindestens 30 Minuten kalt stellen.
- Grillrost gut einölen, Patties bei 200°C je Seite 6–7 Minuten grillen.
- In Brioche-Buns mit Salatblättern, Tomaten und veganem Mayo servieren.
Linsen-Burger mit Rote Bete
Zubereitungszeit: 25 Min. | Grillzeit: 12 Min. | Portionen: 4
Zutaten
- 250 g Rote Linsen, gekocht und abgekühlt
- 150 g rote Bete, geraspelt (roh)
- 60 g Haferflocken
- 1 Zwiebel, fein gewürfelt
- 1 TL Kreuzkümmel
- 1 TL geräuchertes Paprikapulver
- Salz, Pfeffer
Zubereitung
- Alle Zutaten zu einer homogenen Masse verkneten.
- 4 Patties formen und 30 Minuten im Kühlschrank festigen lassen.
- Auf gut geöltem Rost bei mittlerer Hitze je Seite 5–6 Minuten grillen.
- Patties sind fertig, wenn sie an den Rändern leicht karamellisieren.
- Mit Hummus, frischem Koriander und eingelegten Gurken servieren.
Vegane Spieße vom Grill
Spieße gehören zu den vielseitigsten BBQ-Gerichten, weil sich Marinade, Protein und Gemüse frei kombinieren lassen. Tempeh enthält mit etwa 19g Protein pro 100g deutlich mehr als Tofu (ca. 8g) und entwickelt auf dem Grill eine festere Textur. Kurzes Blanchieren (5 Minuten) reduziert die Bitternote und öffnet die Struktur für Marinaden. Tofu ausdrücken, Tempeh blanchieren: Diese zwei Schritte machen's.
Tofu-Saté-Spieße mit Erdnuss-Marinade
Zubereitungszeit: 15 Min. + 2 Std. marinieren | Grillzeit: 10 Min. | Portionen: 4
Zutaten
- 400 g fester Tofu, in lange Streifen geschnitten und gut ausgedrückt
- 4 EL Erdnussmus
- 3 EL Sojasoße
- 2 EL Limettensaft
- 1 EL Ahornsirup
- 1 TL Sesamöl
- 1 TL geriebener Ingwer
- 1 Knoblauchzehe, gepresst
Zubereitung
- Alle Marinadenzutaten glatt rühren, Tofu-Streifen einlegen und mindestens 2 Stunden ziehen lassen.
- Tofu auf eingeweichte Holzspieße stecken.
- Bei direkter Hitze (ca. 220°C) je Seite 4–5 Minuten grillen, bis Grillstreifen entstehen.
- Mit restlicher Erdnuss-Sauce und Sesam bestreut servieren.
Tempeh-Spieße mit Teriyaki-Glasur
Zubereitungszeit: 20 Min. + 1 Std. marinieren | Grillzeit: 12 Min. | Portionen: 4
Zutaten
- 400 g Tempeh, in 2 cm dicke Würfel geschnitten
- 4 EL Sojasoße
- 3 EL Mirin oder Apfelsaft
- 2 EL Ahornsirup
- 1 EL Reisessig
- 1 TL Knoblauchpulver
- 1 TL frischer Ingwer, gerieben
- 1 EL Sesamöl zum Einpinseln
Zubereitung
- Tempeh-Würfel 5 Minuten in kochendem Wasser blanchieren, das reduziert die Bitternote.
- Sojasoße, Mirin, Ahornsirup, Reisessig, Knoblauch und Ingwer verrühren.
- Blanchierten Tempeh in der Marinade mindestens 1 Stunde ziehen lassen.
- Auf Metallspieße stecken, mit Sesamöl einpinseln.
- Bei 200–220°C je Seite 5–6 Minuten grillen, dabei einmal mit Restmarinade bestreichen.
- Mit Sesam und Frühlingszwiebeln garnieren.
Bunte Gemüsespieße mit Chimichurri
Zubereitungszeit: 15 Min. | Grillzeit: 10 Min. | Portionen: 4
Zutaten
- 2 Zucchini, in Scheiben
- 2 bunte Paprika, in Stücken
- 250 g Champignons
- 1 rote Zwiebel, geachtelt
- 200 g Kirschtomaten
- 4 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer, Thymian
Zubereitung
- Gemüse abwechselnd auf eingeweichte Holzspieße stecken.
- Mit Olivenöl einpinseln, salzen, pfeffern, mit Thymian würzen.
- Auf dem heißen Grill ca. 10 Minuten grillen, dabei mehrmals wenden.
- Warm mit Chimichurri servieren (Rezept weiter unten).
Gegrillte Gemüse-Hauptgerichte
Gemüse als vollwertiges Hauptgericht zu grillen funktioniert genau dann gut, wenn man große Stücke wählt und sie wie ein Steak behandelt. Blumenkohl und Portobello-Pilze eignen sich dafür hervorragend, allerdings brauchen beide ausreichend Hitze und Zeit. Tatsächlich sind's die beiden überzeugendsten Optionen für alle, die kein Fleischersatzprodukt wollen.
Blumenkohl-Steak vom Grill
Zubereitungszeit: 10 Min. | Grillzeit: 14 Min. | Portionen: 4
Zutaten
- 1 großer Blumenkohl
- 4 EL Olivenöl
- 1 TL geräuchertes Paprikapulver
- 1 TL Kurkuma
- 1 TL Kreuzkümmel
- 1 Knoblauchzehe, gepresst
- Salz, Pfeffer, frische Petersilie
Zubereitung
- Blumenkohl in 2–3 cm dicke Scheiben schneiden, dabei den Strunk als Anker belassen.
- Olivenöl mit Paprikapulver, Kurkuma, Kreuzkümmel und Knoblauch verrühren.
- Blumenkohl-Steaks beidseitig mit der Würzpaste einreiben.
- Bei direkter Hitze (ca. 200°C) je Seite 6–7 Minuten grillen, bis Grillstreifen entstehen.
- Mit frischer Petersilie und einem Spritzer Zitronensaft servieren.
Portobello-Pilze mit Kräuterfüllung
Zubereitungszeit: 15 Min. | Grillzeit: 12 Min. | Portionen: 4
Zutaten
- 4 große Portobello-Pilze
- 3 EL Olivenöl
- 2 Knoblauchzehen, gepresst
- 1 Bund Kräuter (Petersilie, Rosmarin, Thymian), fein gehackt
- 50 g Pinienkerne, geröstet
- Zitronensaft, Salz, Pfeffer
Zubereitung
- Pilze putzen, Stiele herausdrehen und fein hacken.
- Pilzstiele mit Knoblauch, Kräutern, Pinienkernen und Olivenöl vermischen.
- Pilzköpfe beidseitig mit Olivenöl einpinseln, 3 Minuten auf den Grill legen.
- Umdrehen, mit Kräuterfüllung belegen, weitere 8 Minuten bei indirekter Hitze garen.
Maiskolben und Seitan
Maiskolben sind am Grill simpel und beeindruckend zugleich. Seitan-Steaks dagegen sind die saftigste Option für alle, die echte Grillstreifen und ordentlich Biss wollen. Die Marinade braucht's unbedingt, sonst schmeckt Seitan flach.
- Maiskolben mit Chipotle-Butter: Kolben mit Schale 15 Minuten bei mittlerer Hitze grillen, dann sofort mit veganer Butter bestlichen, die mit Chipotle-Pulver, Knoblauch und Limettensaft angereichert ist. Koriander drüber, fertig.
- Seitan-Steaks: In einer Marinade aus Sojasoße, Dijon-Senf, Ahornsirup, Rosmarin und Knoblauch mindestens 1 Stunde einlegen. Bei hoher Hitze je Seite 4–5 Minuten grillen.
Die besten veganen Dips für den Grill
Dips entscheiden oft, ob ein veganes BBQ wirklich Eindruck macht. Diese drei Saucen lassen sich in wenigen Minuten zubereiten und passen zu fast jedem Grillgut. Chimichurri kommt aus Argentinien und ist dort die klassische Sauce für Gegrilltes, die Grundformel ist ein Teil Kräuter auf einen Teil Öl, ergänzt um Essig und Gewürze. Der Tahini-Dip ist definitiv unterschätzt auf der Grillparty: hält 3-5 Tage im Kühlschrank und passt zu fast allem. Wer's einmal probiert hat, macht's jedes Mal wieder.
Chimichurri
- 1 Bund Petersilie, fein gehackt
- 4 Knoblauchzehen, gepresst
- 4 EL Olivenöl
- 2 EL Rotweinessig
- 0,5 TL Chiliflocken, Salz
Alle Zutaten verrühren, 10 Minuten ziehen lassen. Passt zu Gemüsespießen, Seitan und Tofu.
Vegane BBQ-Sauce
- 200 g Tomatenpassata
- 2 EL Apfelessig
- 2 EL Ahornsirup
- 1 EL Sojasoße
- 1 TL geräuchertes Paprikapulver
- 0,5 TL Knoblauchpulver
Alle Zutaten in einem kleinen Topf 10 Minuten bei niedriger Hitze einreduzieren lassen. Hält im Kühlschrank eine Woche.
Tahini-Dip mit Zitrone
- 4 EL Tahini
- Saft einer Zitrone
- 1 Knoblauchzehe, gepresst
- 3–4 EL Wasser zum Verdünnen
- Salz, Petersilie
Tahini, Zitronensaft und Knoblauch verrühren, mit Wasser auf gewünschte Konsistenz bringen. Schmeckt besonders gut zu Blumenkohl-Steaks und Gemüsespießen.
Profi-Tipps für veganes Grillen
Ein paar Details machen den Unterschied zwischen gutem und sehr gutem Grillabend. Wer's wirklich ernst nimmt, bereitet Marinaden am Vorabend vor und stellt die Patties über Nacht kalt. Das macht's eindeutig besser.
- Rost einölen: Pflanzliche Proteine kleben ohne Öl leicht. Ein gut eingeölter Rost verhindert das.
- Tofu ausdrücken: Je weniger Wasser im Tofu, desto besser hält er Marinade und desto knuspriger wird er.
- Tempeh blanchieren: Kurzes Vorkochen reduziert die Bitternote und hilft der Marinade, tiefer einzudringen.
- Blumenkohl nicht zu dünn schneiden: Weniger als 2 cm Dicke führt dazu, dass das Steak auf dem Grill auseinanderfällt.
- Grillkorb verwenden: Für kleineres Gemüse und empfindlichere Zutaten unverzichtbar.
- Indirekte Hitze nutzen: Dickere Stücke wie gefüllte Portobello-Pilze werden bei indirekter Hitze schonender gegart.
- Marinaden großzügig: Pflanzliche Zutaten brauchen intensive Marinaden, nicht sparen.
Häufig gestellte Fragen
Kann man Tempeh direkt einfrieren und dann grillen?
Tempeh lässt sich einfrieren und aufgetaut grillen, aber die beste Textur erhält man mit frischem Tempeh. Gefrorener Tempeh wird nach dem Auftauen etwas krümeliger, was die Marinade schwerer hält. Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft frischen Tempeh und mariniert ihn am Vorabend.
Welcher Grill eignet sich am besten für veganes Grillen?
Gas- und Elektrogrills sind für veganes Grillen besonders praktisch, weil sie sich präziser regeln lassen. Tofu und Tempeh brauchen gleichmäßige Hitze, keine plötzlichen Flammen aus dem Holzkohlegrill. Wer Holzkohle bevorzugt, sollte eine zweite Zone mit indirekter Hitze aufbauen.
Wie verhindere ich, dass Gemüsespieße verbrennen?
Holzspieße mindestens 30 Minuten in Wasser einweichen, bevor du sie verwendest. Empfindliche Zutaten wie Kirschtomaten am Ende aufstecken, damit sie kürzer Hitze ausgesetzt sind. Metallspieße vermeiden das Problem komplett.
Klebt Tofu auf dem Grill?
Tofu klebt fast immer, wenn er nicht richtig vorbereitet ist: Gut ausdrücken, mindestens 2 Stunden marinieren und den Rost kräftig einölen. Dann lässt er sich ohne Probleme wenden.
Kann ich die Dips vorbereiten?
Chimichurri und Tahini-Dip lassen sich einen Tag vorher zubereiten und im Kühlschrank aufbewahren. Die BBQ-Sauce hält sogar eine Woche. Guacamole dagegen erst kurz vor dem Servieren machen, damit sie nicht braun wird.
Was sind gute vegane Beilagen zum Grillen?
Veganer Kartoffelsalat, Coleslaw mit Apfelessig-Dressing, gegrilltes Fladenbrot mit Hummus und ein einfacher Tomaten-Avocado-Salat passen hervorragend und lassen sich komplett vorbereiten, bevor der erste Gast eintrifft.